Siedlung

Die Siedlungsstrukturen in der Agglo­meration Basel sind historisch gewachsen und stark von den natur­räumlichen Gegeben­heiten geprägt.

Die grösseren Siedlungen folgen den Talachsen und verdichten sich gegen das Agglomerationszentrum hin zunehmend. Die Stadt Basel und ihre Vorortsgemeinden sind in den letzten Jahrzehnten siedlungsmorphologisch zusammengewachsen. Demgegenüber lassen die dörflichen Siedlungsstrukturen in den peripheren Agglomerationsgebieten zwischen den Talachsen noch das regelmässige Besiedlungsraster der Kelten erkennen (Diener et al. 2005). Die räumliche Gliederung im Rahmen des Agglomerationsprogramms (Karte 1.2) erfolgt einerseits nach funktionalräumlichen Kriterien, andererseits landschaftlich topographisch nach Korridoren.

Die topographische Gliederung ist in der funktionalräumlichen Gliederung implizit enthalten. Diese wurde im Rahmen der Erarbeitung des Zukunftsbildes (vgl. Kapitel 5) definiert und findet insbesondere in den Teilstrategien und bei der Priorisierung und Bewertung von Massnahmen Berücksichtigung.

Die Teilstrategie unterscheidet folgende Raumkategorien: Kernstadt, Innerer Korridor, Äusserer Korridor, Regionalzentrum, Ländliche Gemeinden.

Die Strategie Siedlung beinhaltet 3 Teilstrategien:

  • S1 Kernstadt und innere Korridore: Schwerpunktgebiete aktivieren und vernetzten
  • S2 Korridore: Siedlungsentwicklung nach innen fördern
  • S3 Ländliches Gebiet: Siedlung begrenzen und Nutzungsansprüche aufeinander abstimmen

 

Zielvorgaben für die Siedlungsentwicklung gemäss Raumkategorie

Die Strategie Siedlung des Agglomerations­programmes Basel unterscheidet fünf Raumkategorien. Pro Raumkategorie werden spezifische Zielvorgaben definiert.

Innerer Korridor

Die Zielvorgaben für die Gemeinden des inneren Korridors lauten:

  • Sie sind die Hauptwachstumsgebiete der Agglomeration Basel
  • Es sollen Wohn- und Arbeitsräume für eine innere Verdichtung geschaffen werden, Verdichtungsziele gilt es konsequent zu nutzen
  • Der Fokus der Siedlungsentwicklung liegt auf der Aktivierung der Schwerpunktgebiete Siedlung und der Verdichtung in bereits erschlossenen Bauzonen an gut mit dem öffentlichen Verkehr erschlossenen Standorten.

Äusserer Korridor

Die Zielvorgaben für die Gemeinden des äusseren Korridors lauten:

  • Es soll eine moderate Verdichtung in gut mit dem öffentlichen Verkehr erschlossenen Bauzonen, vorzugsweise im Umfeld von S-Bahnstationen angestrebt werden
  • Neben der Entwicklung des Bahnhofumfeldes liegt der Fokus der Siedlungsentwicklung auf den Ortszentren (Aufwertung von Ortszentren

Regionalzentren

Die Zielvorgaben für die Regionalzentren lauten:

  • Sie sollen ein deutlich höheres Wachstum (Einwohner) als die übrigen Gemeinden der äusseren Korridore anstreben.
  • Gut mit dem öffentlichen Verkehr erschlossenen Bauzonen, vorzugsweise in Bahnhofsnähe sollen verdichtet werden.

Ländliche Gemeinden

Die Zielvorgaben für die ländlichen Gemeinden lauten:

  • Entwicklungen sind vorzugsweise durch Dorfkernerneuerungen zu generieren.
  • Neuenzonungen, ausser ausnahmsweise und an gut mit öffentlichen Verkehr erschlossenen Standorten, sollen möglichst verhindert werden.
  • Es sollen alternative Entwicklungsoptionen, die nicht auf Siedlungswachstum setzten, diskutiert werden

Allgemeingültige Zielvorgaben

Allgemeine Zielvorgaben für die Siedlungsentwicklung sind:

  • Der Fokus soll in erster Linie auf Siedlungsentwicklungen im Umfeld der S-Bahnhaltestellen gelegt werden (500-1000m Radius, je nach Gemeindegrösse).
  • Arealentwicklungen sollen möglichst im bestehenden Siedlungsköper liegen oder diesen arrondieren.
  • Eine gute ÖV-Erschliessung der Entwicklungsgebiete ist sicherzustellen.
  • Verdichtungspotentiale sind aufzuzeigen. Das Vorgehen zur Nutzung der Potenziale ist darzulegen.
  • Bei den Entwicklungsarealen ist eine Priorisierung vorzunehmen, soweit diese nicht durch übergeordnete Planungsinstrumente (kantonaler Richtplan, Regionalplan, SCOT) vorgegeben wird. Dabei soll die Qualität der Erschliessung (vor allem Nähe zum Bahnhof) als wichtiges Kriterium berücksichtigt werden. Ausserdem soll eine kohärente Entwicklung für den ganzen Korridor sichergestellt werden.