Tram und Bus – Netzergänzung und Beschleunigung des Feinverteilers

Im Bereich des Nah­verkehrs zielt die Teil­strategie ÖV darauf ab, die Fein­verteilung einer­seits zu erweitern, ander­seits deren Zu­verlässigkeit und Qualität (Reise­zeiten) zu sichern.

Kernelement des Ausbaus des Feinverteilers ist eine namhafte Erweiterung des Tramnetzes sowie dessen optimale Abstimmung auf das S-Bahnnetz. Die Planung basiert auf der 2011 von den beiden Basel durchgeführten strategischen Tramnetzplanung. Unter anderem wurde ein Ziel-Liniennetz entwickelt, dessen Umsetzung den Bau von 19 km Strecke beinhaltet (74 km waren im Jahr 2011 in Betrieb). Das Liniennetz erfült die folgenden Zielsetzungen:

  • grössere Nachbarorte Basels innerhalb des inneren Korridors, die aufgrund der Landesgrenzen nicht ans Tramnetz angebunden sind, werden ins Netz integriert (grenzüberschreitende Tramlinie nach Saint-Louis (F) / Bourgfelden);
  • wichtige Entwicklungsgebiete werden mit Tramlinien erschlossen (Erlenmatt, Salina Raurica, Hafen Kleinhüningen, Dreispitz-Areal etc.);
  • mehr Tramlinien als bisher werden zu Bahnstationen geführt;
  • durch innerstädtische Netzergänzungen wird die heute stark belastete Achse Barfüsserplatz-Schiffl ände entlastet, der Betrieb effizienter und stabiler.

Das Tramnetz 2020 ist das Resultat der strategischen Tramnetzplanung beider Basel.

Das Konzept ˝Tramnetz 2020˝ ist in mehreren Ausbauetappen umsetzbar. Diese sind auf die einzelnen Generationen des Agglomerationsprogramms abgestimmt und stellen jeweils in sich ein kohärentes, aufwärtskompatibles Angebot sicher. Dank der stark intermodalen Ausrichtung (Knotenprinzip) stärkt der Ausbau die Rolle der Regio-S-Bahn als strukturierendes Element der Siedlungsentwicklung gemäss Zukunftsbild. Die Verknüpfung von S-Bahn und Tram wird verbessert und gleichzeitig der Druck auf den Bahnhof Basel SBB etwas reduziert. Insgesamt ergeben sich rund 20 neue Streckenabschnitte, wovon vier bereits im Bau oder in Projektierung sind.

Neben den zusätzlichen Strecken beinhaltet das Konzept auch den Ausbau der Leistungsfähigkeit der Tramachse im Leimental, welches der am stärksten besiedelten Raum in der Agglomeration ohne S-Bahn-Anbindung ist. Der abschnittsweise Ausbau soll die Streckenkapazität erhöhen und eine Beschleunigung ermöglichen.

Ausserdem ist an diversen Stellen in Tram- und Busnetz die Beseitigung von Fahrzeitverlusten bzw. die Verbesserung der Zuverlässigkeit bestehender Tram- und Buslinien erforderlich. Kernmassnahmen in diesem Zusammenhang sind die Priorisierung des öff entlichen Verkehrs an Lichtsignalanlagen sowie eine angepasste Strassenraumgestaltung inkl. der Schaff ung eigener Trassees, wo dies erforderlich und räumlich möglich ist.

Als neues ÖV-Systemelement wird derzeit die Einführung der Linienschiff fahrt auf dem Rhein geprüft, die auf ausgewählten Relationen kurze und attraktive Reisezeiten bringen. Mit dem Campus Novartis, Roche, zahlreichen universitären Einrichtungen und den Spitälern und in Anbetracht von möglichen städtebaulichen Entwicklungen am Hafen Klybeck und nördlich von Birsfelden sind Fahrgastpotenziale zwischen Kleinhüningen und Birsfelden vorhanden, deren Anbindung aus dem nördlichen Grenzraum dem Rhein entlang durchaus interessant sein könnte.